Gut vorbereitet ins Ärzt*innengespräch bei Rheuma

Shownotes

Kommunikation auf Augenhöhe schafft Klarheit – und macht den Unterschied in der Rheuma-Behandlung. Host Phil spricht mit PD Dr. med. Harriet Morf (Fachärztin für Innere Medizin in der Rheumatologie) über das, was zwischen Ärztinnen und Patientinnen oft unausgesprochen bleibt – und wie sich das ändern lässt.

Du erfährst:

  • Warum eine gute Kommunikation entscheidend für deine Therapie ist

  • Wie du dich optimal auf Termine vorbereitest

  • Welche Fragen du stellen und welche Infos du mitbringen solltest

  • Was wichtig ist, damit „Shared Decision Making“ bei Rheuma funktioniert

  • Wie du deine eigenen Ziele in die Behandlung einbringst

  • Welche Tools, Apps und Anlaufstellen dir bei der Vorbereitung helfen

Zum Schluss gibt es einen kompakten Spickzettel mit Tipps für dein Ärzt*innengespräch – damit du dich sicher und verstanden fühlst.

Weiterführende Links & Anlaufstellen:

Mein Rheuma Kompass Website

Rheuma Liga

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V. (DGRh)

Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR)

App Rheuma-Auszeit

🎙️ Eine Initiative von AbbVie Deutschland.

💬 Du hast Themenwünsche? Schreib uns an patientengagement.de@abbvie.com!

DE-ABBV-250410

Diese Folge ist unter der Freigabenummer DE-ABBV-250326 veröffentlicht.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hey, ich bin Phil und Host des neuen Podcast Mein Rheuma Kompass, in dem ich euch mitnehmen werde durch verschiedene Themenfelder der Rheumatologie, die ich in den vergangenen Jahren auch als Patient kennenlernen durfte.

00:00:11: Diese Themen werde ich mit den verschiedensten Expertinnen und Experten besprechen.

00:00:15: Und es ist wichtig, dass ihr als Zuhörende auch Einfluss auf diesen Podcast nehmen könnt, weshalb ich euch darum bitten würde, einfach eure Themenwünsche, Anregungen an uns zu kommunizieren, sodass wir die entsprechenden Expertinnen und Experten zu uns im Studio einladen.

00:00:29: können.

00:00:30: Den Podcast findet ihr überall dort, wo es Podcast gibt und auf der Mein Rheuma Kompass Website.

00:00:36: Und nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Zuhören.

00:00:38: Freue mich, dass ihr dabei seid.

00:00:40: Euer Phil.

00:00:40: Mein Rheuma Kompass.

00:00:44: Der Podcast.

00:00:50: Studien zeigen, gute Arzt-Patienten-Kommunikationen kann die Therapietreue um bis zu sechzig Prozent verbessern.

00:00:56: Und danach bleibt sie oft vernachlässigt.

00:00:57: Wie wir Patienten, Patientinnen und die Ärzteschaft sich ernähren können, werde ich heute mit Frau Dr.

00:01:02: Harriet Morf thematisieren, die sich nun einmal kurz vorstellen wird.

00:01:07: Ja, vielen Dank.

00:01:09: Ich freue mich für die Einladung.

00:01:11: Mein Name ist Harriet Morf.

00:01:13: Ich bin Ärztin an der Uniklinik in Erlangen.

00:01:17: Ich habe zudem Eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema digitaler Medizin beschäftigt.

00:01:24: Den Fokus, den ich in den letzten Jahren gesetzt habe, ist vor allem digitale Bewegungstherapien und komplementäre Medizin.

00:01:32: Ja, und ich freue mich, zu diesem spannenden Thema heute mit dir zu diskutieren.

00:01:39: Vielen Dank.

00:01:40: Einleiten würde ich dir einmal die Frage mitgeben, die wir immer am Anfang des Podcasts thematisieren.

00:01:45: Was ist denn dein Highlight im Kontext?

00:01:48: Arzt-Patienten-Kommunikation?

00:01:51: Ja.

00:01:52: Und das passt eigentlich ganz gut, was du gerade gesagt hast mit der Studie, dass Arzt-Patientengespräche sehr wichtig sind für die Therapie.

00:02:02: Ich habe diese Woche ein Fall oder?

00:02:06: Eine Geschichte, die ich gerne teilen möchte, und zwar ging es um eine Patientin, die gerade neu die Rheumerkrankung bekommen hat und mit der wir eine Therapie uns überlegt haben, die mich aber diese Woche angerufen hat, weil sie aufgrund der Therapie Nebenwirkungen bekommen hat.

00:02:26: Und ich habe sie dann auch gleich zurückgerufen und wir haben dann gemeinsam besprochen, wie können wir diese Nebenwirkungen reduzieren bzw.

00:02:35: können wir mit der Medikation erst mal die Dosis reduzieren, damit es ihr einfach besser geht und sie leicht damit den Medikament starten kann.

00:02:45: Und das hat sie jetzt auch gemacht und sie war ganz glücklich darüber.

00:02:49: Und ich glaube, das ist ein wichtiges Beispiel, weil Wenn dieses Gespräch nicht gewesen wäre, dann kann ich mir gut vorstellen, hätte diese Patientin einfach gesagt, okay, ich habe Nebenwirkungen entwickelt, ich höre jetzt einfach mit dem Medikament auf.

00:03:04: Aber das ist ja schon ein sehr positives Beispiel vor allen Dingen, wenn die Patientin erst kurzfristig bei dir ist und ihr seid da jetzt schon auf dem Niveau der zwischenmenschlichen Kommunikation, dass das Vertrauen auch besteht.

00:03:15: das so früh mit dir zu thematisieren und dann nicht das zu verschweigen, was, wenn ich mich selbst reflektiere, man vielleicht an der einen oder anderen Stelle im früheren Krankheitsleben auch mal getan hat.

00:03:27: Ich glaube, dass wir da hinkommen, da müssen wir ja viel früher anfangen und zwar... Wie laufen so Termine, aber irgendwann haben wir ja immer mal den ersten Termin bei einer neuen Ärztin, einem neuen Arzt.

00:03:39: und wie kann ich mich als Patient eigentlich darauf vorbereiten, was würdest du mir als Patient empfehlen, wenn ich jetzt irgendwann mal das allererste mal zu dir in die Praxis beziehungsweise bei dir jetzt ist ja die Klinik kommen würde.

00:03:52: Ja.

00:03:53: Ja, ich glaube, man kann sich auf jeden Fall vor dem Arzttermin vorbereiten.

00:03:58: Also ich persönlich finde es immer ganz wichtig, wenn man sich so ein bisschen strukturiert.

00:04:03: Am besten die wichtigsten Symptome Beschwerden aufschreibt.

00:04:08: Wann hat alles angefangen?

00:04:10: Wie ist da der Verlauf gewesen?

00:04:13: Was sind jetzt aktuell die Beschwerden?

00:04:15: Und aber auch sich nicht nur auf die Symptome beschränken, sondern auch, was ist mir?

00:04:22: Wichtig, was möchte ich erreichen?

00:04:27: Was schränkt mich gerade meinen Alltag auch ein?

00:04:30: Weil das ist ja dann auch das, was man mit dem Arzt zusammen besprechen muss.

00:04:33: Also welche Therapie ist jetzt die, die am besten zu mir passt?

00:04:39: Zusätzlich würde ich immer noch empfehlen, wenn man jetzt vielleicht ein bisschen älter ist, dass man alle seine chronischen Erkrankungen, Operationen, Verletzungen, stationäre Aufenthalte aufschreibt, einen Medikamentenplan hat, den man dann vielleicht schon kopiert dem Arzt, der Ärztin überreichen kann.

00:05:00: Und wenn es Bilder gibt, dass man die dann auch mitbringt, also in Form von Befunden, CDs, Codes, einfach damit der Arzt so viel wie möglich an Informationen hat, um dann auch die Therapie so optimal wie möglich zu gestalten.

00:05:19: Das mit dem Symptom ist, glaube ich, auch das, was mir immer am schwersten gefallen ist, anfänglich, wenn man bedenkt, man ist irgendwie im Quartal vielleicht einmal, dann bei seinem Arzt, also wenn man dann im Verlauf irgendwann dauerhaft als Patient dort ist und wenn man dann heute... Die letzten drei Monate noch mal reflektieren soll, wie ging's mir eigentlich da?

00:05:39: Dann ist mir die letzte Woche vielleicht noch präsent oder die letzten zwei Wochen vielleicht irgendwie so ein Highlight-Moment, wo ich hätte gerne Sport gemacht und ich konnte es nicht.

00:05:48: Und alles andere ist irgendwie nicht vorhanden.

00:05:51: Deswegen ist das auch einer der wichtigsten Punkte, die sich bei mir herauskristallisiert haben.

00:05:56: Einfach eine Symptom-Tagebuch zu führen an der Stelle.

00:05:58: Ja, das ist ... Das ist sicherlich gut und mittlerweile gibt es das ja auch.

00:06:04: Es gibt ja viele digitale Tools, da kann man das auf jeden Fall empfehlen.

00:06:12: Ja, da brauchst du abgeleitet, finde ich eigentlich auch, dass die Vorbereitung eines Termins mit der Nachbereitung des vorangegangenen Termins beginnt, weil du halt genau an dem Tag, wo ich das letzte Mal bei dir in der Praxis oder in der Klinik war, die schon auf den nächsten Termin vorbereiten musst, was alles mögliche angeht, also auch was so Rezepte angeht, das ist ja auch ein wichtiger Punkt, was brauche ich eigentlich.

00:06:33: Ich kann natürlich im Nachhinein die medizinischen Fachangestellten anrufen und sagen, ja, ich bräuchte übrigens, aber das ist ja auch ungünstig, wenn ich schon bei dir war, warum thematisiere ich es dann nicht direkt dort.

00:06:44: Ja, stimmt, das ist ein guter Punkt.

00:06:46: Also auch immer zu überlegen, habe ich jetzt genug Medikamente für die nächsten.

00:06:51: drei Monate vielleicht, wenn ich Physiotherapie mache, Ergotherapie, brauche ich da auch ein neues Rezept.

00:06:58: Das stimmt also gleich im Nachgang eigentlich von dem letzten Termin überlegen, was brauche ich dann?

00:07:07: Du hattest gerade eben auch so ein bisschen das, also meines Erachtens hat das Shared Decision Making angesprochen, wo du sagst, vielleicht hat man auch Einschränkungen in seinem Alltag und die Medikation hast du da auch ein bisschen angesprochen.

00:07:22: Und ich finde, das ist auch ein wichtiger Punkt für uns als Patientenschaft, dass wir unsere persönlichen Ziele schematisieren.

00:07:30: Also in der Medizin wird ganz oft davon gesprochen oder eine Rheumatologie, dass wir die Remission erreichen wollen, aber damit gehen vielleicht viele Dinge einher, die mich an anderer Seite wieder einschränken.

00:07:40: Und es gibt ja auch eine Skepsis gegenüber bestimmter Medikamente oder einfach Medikamentengruppen, weil sie noch nicht so lange auf dem Markt sind dementsprechend.

00:07:49: weniger erforscht als Medikamente, bei denen man auf lange Jahre zurückblicken kann.

00:07:57: Genau, was würdest du mir da als Patient mitgeben?

00:08:01: Ja, also ich glaube, das kann manchmal noch ein kritisches Thema sein.

00:08:10: Kennt das auch selber von Patienten, die sagen, immer wenn sie Skepsis gegenüber bestimmten Medikamenten gezeigt haben, wurde dann gleich ja so ein bisschen die Vermutung gestellt, dass sie ja gar nicht gerne an der Therapie teilhaben möchten oder ja sich nicht um die Erkrankung kümmern.

00:08:34: Und ich denke, das ist auch etwas, was wir als Ärzte und Ärztinnen lernen müssen, dass es eine Therapie ist, die wir zwar verschreiben, aber die der Patient am Ende ja dann auch durchführen muss.

00:08:47: Und mir persönlich ist es wichtiger, wenn jemand offen und ehrlich ist und dann sagt, okay, ich bin bereit, etwas gegen meine Erkrankung oder für meine Gesundheit zu tun.

00:09:00: Aber ich habe halt vielleicht Angst davor oder ich möchte nicht, dass das und das passiert, weil Ich dann auch weiß, okay, wir finden zusammen eine Möglichkeit.

00:09:11: Es gibt viele Medikamente mittlerweile in der Rheumatologie.

00:09:16: Da muss man nicht gleich das erste nehmen, was ich vielleicht jetzt im Kopf hab, sondern dann nehmen wir das, was halt am besten für dich passt.

00:09:24: Ich glaube, das ist sehr wichtig, dass man sich auf eine Ebene stellt, also, dass man dieses Arzt-Patientengespräch auf einer Ebene führt und dann auch ... ja offen und ehrlich ist, aber auch dann vom Patienten-Seite, also dass man wirklich sagt, was sind meine Probleme, was sind meine Ängste, damit wir Ärzte das dann auch wahrnehmen können.

00:09:51: Genau, also das, was du ansprichst, von Patienten-Seite offen kommunizieren, das habe ich auch immer versucht, nachdem ich dann aus meinem Jugendlichen Ich irgendwann raus war.

00:10:00: Aber die Problematik gibt es bei einigen Medikamenten halt, dass man eigentlich schon erhebliche Einschränkungen in seiner Lebensqualität zumindest subjektiv verspürt.

00:10:14: Und wenn man das dann zwei, drei mal platziert und man wird nicht ernst genommen, dann überlegt man sich auch zwei, drei mal, soll ich das jetzt wirklich noch platzieren?

00:10:20: Hat das irgendeinen Mehrwert?

00:10:22: Oder nehme ich mein Medikament einfach nicht mehr?

00:10:24: Und das ist halt der Punkt, wo wir eigentlich nicht hinkommen dürfen, dass die Patienten sich Gedanken darüber machen, die Medikamente einfach nicht zu nehmen, dass sie ihren Ärzten gar nicht thematisieren, weil ich hab's ja schon zwei, drei mal gesagt, dass es mir nicht gut tut.

00:10:35: Und dann mit dem Gedanken zu Hause sitzen, an dem Tag, wo sie möglicherweise das Medikament nehmen sollen und denken, Das nächste Mal, wenn ich in drei Monaten da, die Person wird sowieso nicht checken, dass ich das nicht genommen habe.

00:10:46: Und das ist halt der wichtigste Punkt.

00:10:47: Also das ist ja auch diese Therapietreu, die wir jetzt mehrfach schon thematisiert haben, die dadurch gefährdet ist, wenn das Brut auf beiden Seiten.

00:10:56: Also ich als Patient muss erst mal mich wohlfühlen in dem Setting, überhaupt das anbringen zu können, ansprechen zu können.

00:11:02: Und auf der anderen Seite ... muss ja auch das Gefühl haben, dass die Ärzteschaft das entsprechend mitnimmt und auch den Wunsch auf einem Gespräch auf Augenhöhe hat.

00:11:14: Du hast es zwar thematisiert, aber die Erfahrung sieht halt leider in einem oder anderen Setting nicht so aus, sondern da ist es eher noch ein Hierarchiegespräch.

00:11:24: Und ich glaube deswegen, also damit wir als Patientenseite einfach auch ein bisschen uns höher setzen können, kannst du vielleicht So, mir nochmal sagen, wie ... Also, welche wichtigen Informationen sollte ich als Patient vielleicht in den Gesprächen mitnehmen, dass auch die Ärzte, die eher dieses Hierarchie-Gespräch haben wollen, das Gefühl haben, okay, der hat eigentlich sehr viel Ahnung von der Materie, Rheuma und von seinem persönlichen Krankheitsbild.

00:11:51: Ja.

00:11:52: Also, ich find immer ganz ... Gut, wenn Patienten halt wirklich informiert sind, also wie schon gesagt mit der Struktur, also dass man sich schon relativ strukturiert in so einem Arzt-Patientengespräch vorstellt und sagt, okay, ich habe die Beschwerden, ich habe die Medikamente eingenommen, ich habe die und die Nebenwirkungen, das hat nicht geklappt, also dass einfach der Arzt auch merkt oder die Ärztin.

00:12:21: Ich habe mich wirklich damit beschäftigt.

00:12:24: hab was getan, ich bin motiviert, ich bin dabei.

00:12:29: Ich glaub, das ist also der erste Punkt, um ernst genommen zu werden, dass man sich halt wirklich vorbereitet hat auf das Gespräch und dass man sich schon daheim zu Hause mit der Erkrankung beschäftigt hat.

00:12:42: Ich finde es an sich auch okay und es kommt ein bisschen drauf an.

00:12:50: wie man wahrscheinlich auch so ein bisschen der Charakter von der Person, die gegenüber ist.

00:12:55: Wenn sich die Patientin schon mal mit anderen Medikamenten oder generell ja mit Therapien beschäftigt haben, weil für mich ist das immer so ein Zeichen, okay, der Patient, die Patientin ist interessiert, die schaut, was gibt es noch.

00:13:13: Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal auf Sicht der Ärzte auch so Problematisch ist, wenn man zeigt, man hat sich viel damit beschäftigt, weil dann, wenn es halt diese Hierarchie eben ergibt, kann das natürlich auch so ein bisschen zeigen, der Patient möchte über die Therapie entscheiden, was ja auch an sich, finde ich, eigentlich so sein sollte.

00:13:39: Also am Ende, das sage ich auch immer, meinen Patienten, am Ende muss ich nicht das Medikament nehmen, sondern Sie müssen das Medikament nehmen.

00:13:47: Und deshalb ist es mir wichtig, dass das Medikament passt, ja, also von uns beiden.

00:13:54: Also ich gebe natürlich Empfehlungen, aber die richtige Entscheidung an sich trifft dann schon, finde ich, der Patient oder die Patientin.

00:14:02: Aber genau, also das, denke ich, kann vielleicht auch nochmal so ein wichtiges Detail sein, wenn man sich damit beschäftigt hat, dass Ja, dass Ärzte das gut finden, weil die sagen, okay, da weiß jemand Bescheid, da kümmert sich jemand.

00:14:21: sinnvoll, wie du das Hand habt, dass seit eben die Patientenseite zumindest mitreden kann oder final entscheiden kann.

00:14:27: Also ich habe da auch kürzlich eigene Erfahrungswerte erst gemacht, dass ich ein Medikamentenwechsel bevorstehen hatte.

00:14:32: Und das haben wir eigentlich die gesamte Ärzteschaft halt mit einem anderen Medikament geraten.

00:14:36: Aber ich habe gesagt, nein, ich möchte das Medikament nehmen.

00:14:38: Ich hatte das schon mal.

00:14:40: Ich hatte das in Zeiten der Corona-Pandemie, wo ich ein bisschen skeptisch war, bezüglich Infektionsrisiko.

00:14:45: Und deswegen weiß ich selbst, dass ich das da nicht so zuverlässig genommen habe, wie ich es hätte nehmen soll.

00:14:50: Und das ist in den Phasen, wo ich es genommen halt super war.

00:14:53: Und nichtsdestotrotz war, dass die Meinung allererste, nein, wir bleiben bei dem, was die WD vorgeschlagen haben.

00:15:00: Und wir haben uns darauf geeinigt und das finde ich cool, dass man mit Kompromissen arbeitet, also auch in der Medizin.

00:15:07: Wir sollten die Kompromisse bzw.

00:15:09: die Zeit spannen, indem wir das Betracht nicht allzu lange setzen.

00:15:12: Wir haben gesagt, wir machen drei Monate, wir nehmen drei Monate.

00:15:15: Das ist ja auch ein Zeitraum, in dem die meisten Medikamente schon so, dass sie ihre Wirksamkeit entfaltet haben.

00:15:20: Muss man natürlich bei jedem Medikament individuell schauen.

00:15:23: Nach drei Monaten schauen wir noch mal drauf.

00:15:27: Die drei Monate sind vorbei und das Medikament hat sich als gute rausgestellt.

00:15:31: Und deswegen auch an die Zuhörende Erzsche schafft, lass auch eure Patienten da mal wissen, ihre Einflüsse mit reinbringen.

00:15:37: Das kann sich auch als richtig herausstellen.

00:15:38: Und es gibt ja auch nicht nur ein richtiges Medikament, also es gibt ja auch mit unterschiedlichsten Medikamenten, also zwei, drei verschiedene Medikamente, die das richtige Medikament für den jeweiligen Patientin oder die jeweilige Patientin sein können.

00:15:53: Ja, das ist ein guter Schlagwort, Kompromisse, weil ich das auch oft mache und ich glaube, dass ... könnte auch so eine Option sein als Patient, dass man dann manchmal Sachen vorschlägt und guckt, wie reagiert der Patient der Arzt oder die Ärztin drauf.

00:16:11: Also ich sag auch oft, wenn Patienten sagen, oh, ich möchte jetzt aber noch nicht das Medikament wechseln oder ich möchte noch kein stärkeres Medikament.

00:16:21: Okay, wir probieren es vielleicht erst mal mit einem vorübergehenden Immunsuppresiver oder mit einer Schmerztherapie und dann schauen wir nochmal.

00:16:29: Also ich denke, Da sollte man auf jeden Fall das mal versuchen, wenn man es noch nie versucht hat, wie reagiert der Arzt oder die Ärztin drauf.

00:16:39: Und was ich auch noch spannend fand, oft sagen Patienten zu mir, ich habe doch überhaupt keine Ahnung, machen sie einfach mal, entscheiden sie.

00:16:49: finde ich auch legitim, weil es gibt das ja auch, dass Patienten sagen, ich gebe jetzt so ein bisschen meine Verantwortung ab, weil ich mich damit nicht auskenne und lasse jemanden entscheiden, der sich vielleicht besser auskennt.

00:17:01: Aber ich versuche trotzdem immer noch so ein bisschen zu erklären, was jetzt meine Entscheidungsgründe sind, damit es doch irgendwie der Patient oder die Patientin versteht und auch ... dass so ein bisschen den Krankheitsprozess mit integriert.

00:17:17: Also zu zeigen, es gibt so und so viele Medikamente, die könnte man nehmen.

00:17:22: Ich denke, das ist das Beste für Sie, weil das und das.

00:17:26: Ich glaube, ein bisschen muss man schon immer verstehen, wieso nehme ich etwas, damit man diese Compliance auf Dauer erhalten kann.

00:17:34: Sonst geht die, glaube ich, schneller.

00:17:37: Ja, da bin ich voll bei dir.

00:17:40: Also, das ... Es gibt auch genügend Situationen, wenn ich an die zurückdenke, wo... mir das sehr detailliert sogar von meinen Ärzten und erklärt wurde, weil die halt eng und festgestellt haben, okay, der Junge interessiert sich für das Themengebiet der Rheumatologie ein bisschen mehr als der Durchschnitt.

00:17:53: Dem kann ich auch mehr erklären.

00:17:54: und das mehr man versteht, desto höher ist die Compliance einfach und die Ängste, die man dann wegen etwaigen Nebenwirkungen hat, ich finde die sind dann auf einmal auch viel geringer, wenn man dann auch mal in die andere Richtung hört, was passiert eigentlich, wenn ich meine Medikamente nicht kontinuierlich nehme zum Beispiel.

00:18:12: Aber wo wir beim Thema Informieren der Patienten sind, ich finde, das ist eine gute Überleitung.

00:18:19: Wie kann ich mich dann informieren bzw.

00:18:21: wo kann ich mich informieren?

00:18:22: Also hast du da eigentlich Tipps für mich, die jetzt Informationsmaterialien, beispielsweise wo man sich die anschauen kann oder wo sich unsere Zuhörerinnen, die anschauen können?

00:18:34: Ich finde immer ganz gut die Rheumaliga.

00:18:39: Das sind die Patientenorganisationen.

00:18:41: Bei uns in Erlangen haben wir im Umkreis ganz viele Patientenorganisationen, die sich auch teilweise neu ausrichten, weil viele jüngere Patienten dann sagen, das sind doch dann immer so viele ältere Leute und mit Erkrankungen und mit Beschwerden, die mich jetzt gar nicht interessieren.

00:19:00: Aber da gibt es mittlerweile schon auch neuere Formate.

00:19:04: Und ich denke auch, dass die Rheumaliga auch guckt, dass sie alle Altersgruppen so ein bisschen mitnimmt.

00:19:14: Wir haben ja auch verschiedene digitale Tools, die ganz gut auch komplementär genutzt werden.

00:19:20: Also eine Applikation, die sie entwickelt haben, Räume, Auszeit, wo man auch Entspannungsachtsamtkeitsübungen machen kann.

00:19:29: Also denke ich, dass das auf jeden Fall eine gute Anlaufstelle.

00:19:34: Da muss man natürlich ein bisschen vorsichtig sein, wenn man sich viel im Internet bewegt, weil Es gibt sicherlich auch viele Informationen aus Foren, wo man jetzt nicht genau weiß, wo kommt jetzt der Hintergrund, ist das wissenschaftlich nachgewiesen.

00:19:51: Teilweise macht auch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie.

00:19:58: Viele Kampagnen arbeitete da auch eng mit der Rheumaliga zusammen.

00:20:03: Also da gibt es auch immer Informationen für Patienten, auch für die behandelnden Ärzte, weil oft dann Patienten sagen, ja, können sie nicht noch irgendetwas meinen behandelnden Hausarzt mitgeben, weil der kennt diese Medikamente nicht.

00:20:17: Also genau da.

00:20:20: Guckt die DGH, die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie auch, dass es da Informationsmaterial gibt.

00:20:27: Es gibt auch digitale Applikationen, die man zum Beispiel zum Tracking der Krankheitsaktivität benutzen kann, die teilweise Medizinprodukte sind oder Zertifizierte Apps, wo man auch weiß, das wurde in dem Prozess schon mal geprüft.

00:20:50: Also es gibt eine App zum Beispiel für die Rheumatoid-Arthritis, die sich auch mit diesen ganzen edukativen Anteil beschäftigt.

00:20:59: Wie entsteht meine Erkrankung?

00:21:01: Was sind die Therapien?

00:21:03: Was kann ich dagegen tun?

00:21:05: Genau das empfehle ich eigentlich immer.

00:21:07: so diese Art von Materialienressourcen.

00:21:12: sind auch, glaube ich, die Dokumente, wo ich mich früher am meisten mit belesen habe.

00:21:18: Ergänzend, du hattest die Selbsthilfegruppen bzw.

00:21:23: die Rheumalläge spezifisch angesprochen.

00:21:25: Da gibt es auch noch so Ortsgruppen, in denen man sich dann auch auf einem persönlichen Niveau austauschen kann, weil das finde ich persönlich auch sehr wichtig.

00:21:33: Vor allen Dingen, wenn man in Regionen lebt, wo nicht allzu viele Leute sind oder wenn man eine Person ist, die jetzt beruflich mit niemandem Kontakt hat und im Freundeskreis niemand hat, der eine rheumatische Erkrankung hat, dass man einfach die Möglichkeit hat, überhaupt mit Gleichgesinnten in den Austausch zu kommen, vielleicht mit Personen, die schon die Erfahrungswerte gesammelt haben.

00:21:51: Ich hatte das Glück in Anführungszeichen, dass ich viel Zeit in der Spezialklinik verbracht habe und da einfach dann Personen getroffen und kennengelernt habe, denen es ähnlicher gegen wie mir.

00:22:03: Aber bis ich das ja erst einmal in dieser Klinik war, war ich auch relativ hilflos und wusste nicht, wo finde ich jemanden, dem es genauso ergeht bzw.

00:22:10: Ergang ist wie mir.

00:22:11: Deswegen so persönliche Ortsgruppen finde ich immer noch ganz hilfreich.

00:22:15: und nur, dass die Fachkräfte Gesellschaft der Erwachsene angesprochen.

00:22:18: Ich finde im Kinder- und Jugendbereich gibt es ja auch die GKJR, die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie, wo das Ganze noch ein bisschen zentrierter für die jüngeren Betroffenen ist.

00:22:31: Dann würde ich sagen, kommen wir langsam zum Abschluss dieser Folge und ich würde dich bitten nochmal den wichtigsten Tipp oder den einen Tipp, den du unseren Zuhörenden mitgeben wollen würdest in Vorbereitung auf so einem Arztpatientengespräch.

00:22:45: Was ist das?

00:22:47: Ja, also der wichtigste Tipp, das ist immer... Schön gesagt, ich glaube, ich würde das jetzt auf zwei Tipps erweitern.

00:22:55: Ich denke, wichtig für das Arzt-Patientengespräch ist am Ende immer eine Zusammenfassung.

00:23:02: Am schönsten natürlich von beiden Seiten von Arzt und Patienten.

00:23:07: Einfach nochmal kurz recapitulieren, was war jetzt?

00:23:11: Das Wichtigste aus diesem Gespräch, was haben wir besprochen?

00:23:15: Wo soll es hingehen?

00:23:16: Und dann vielleicht auch noch mal die Frage, als Patient-Patienten zu formulieren, was ist jetzt der wichtigste nächste Schritt in meiner Behandlung und wie kann ich dazu beitragen?

00:23:26: Ja, Harriet, dann sage ich vielen, vielen Dank, dass du bei uns zu Gast warst.

00:23:29: Hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dir über dieses wichtige Thema zu sprechen, über das man gefühlt gar nicht genug reden kann, weil es eben der fundamentale Bestandteil einer jeden, ja, im... Therapie eigentlich ist, also vorgeschaltet.

00:23:43: Und es hat mir sehr viel Spaß gemacht und auch den einen oder anderen neuen Insight tatsächlich noch gebracht, den ich jetzt so noch nicht hatte.

00:23:52: Und an die Zuhörerinnen hoffe ich, dass ich euch auch beim nächsten Mal als Gast bzw.

00:23:58: Zuhörerinnen begrüßen darf.

00:24:00: Danke, hat viel Spaß gemacht.

00:24:03: Der Podcast ist Teil der Meinräumakompass-Initiative, die der zugehörige Website findet ihr in der Beschreibung.

00:24:11: In der Beschreibung findet ihr außerdem weitere Informationen zu der vergangenen Folge.

00:24:16: Der Rheuma Kompass ist eine Initiative von AbbVie Deutschland.